schachverein bad mergentheim

Nach Abstieg direkt Wiederaufstieg angepeilt

Valeriy Kazakovskiy war schon in der vergangenen Saison der beste Spieler der Schachfreunde und brachte sie auch zum Auftakt dieser Saison auf die Siegerstra├če.

Nach dem ebenso knappen wie ungl├╝cklichen Abstieg nach der ÔÇ×CoronaÔÇť-Saison aus der Zweiten Bundesliga befinden sich die Schachfreunde Anderssen Bad Mergentheim auf direktem Wiederaufstiegskurs. Das erste Spiel gewannen sie am vergangenen Sonntag in der Oberliga Baden gegen Karlsruhe verdient mit 7,5:0,5 und setzten sich gleich einmal an die Tabellenspitze.

Dabei sah es zu Beginn trotz klarer nomineller ├ťberlegenheit gar nicht so gut aus um das Team um Kapit├Ąn Johannes Raps. Er selbst und Michael Pfleger standen schlecht bzw. klar auf Verlust. Pfleger bezeichnete seine Partie sp├Ąter sogar als ÔÇ×die schlechteste seines LebensÔÇť. Dann drehten die Jugendspieler den Kampf: Der 15-J├Ąhrige Timothe Razafindratsima, der sich bei seinem ersten Einsatz gleich toll ins Team einf├╝gte, gewann nach etwas zweifelhafter Er├Âffnung letztlich ebenso klar wie Valeriy Kazakovskiy, der von Anfang an keinen Zweifel an seiner ├ťberlegenheit lie├č. Die Karlsruher mussten nun mehr riskieren und rannten ins offene Messer der konternden Gastgeber.

Johannes Raps drehte seine Partie und nach der Zeitnotphase dosten auch die beiden Gro├čmeister Ikonnikov und Neuman den vollen Punkt ein. Der Kampf war entschieden und nach weiteren zwei Stunden genauen Spiels hatten Alexander Gasthofer und Fy Rakotomaharo ihre leichten Vorteile durch genaue Technik in volle Punkte umgem├╝nzt. Den Schlusspunkt durfte dann Michael Pfleger setzen. In totaler Verluststellung schwindelte er sich gegen einen zunehmend nerv├Âser werdenden Karlsruher Simon Fidlin f├╝r alle Zuschauer unfassbar noch ins Remis. Somit gab es an diesem Spieltag keine einzige Verlustpartie.

So klar der Sieg gegen Aufsteiger Karlsruhe auch ausfiel, die echten Tests f├╝r Bad Mergentheim kommen noch im Verlauf der Saison ├╝ber elf Runden. Im n├Ąchsten Match in zwei Wochen reist man nach Ettlingen, das weder mit Aufstieg noch Abstieg etwas zu tun haben d├╝rfte. Gerade solche Mannschaften muss man aber unbedingt schlagen, um das Ziel des direkten Wiederaufstiegs zu erreichen.

Die zweite Mannschaft spielte eine Klasse tiefer in der Verbandsliga ungl├╝cklich 4:4 Unentschieden gegen Aufsteiger Heidelberg. Anfangs schien die Strategie, an den mittleren Brettern standzuhalten und an den hinteren zu punkten, nach Remisen von Josef Steinmacher und Berthold Riegel voll aufzugehen. Heimkehrer Franz Schlosser, der seit Jahrzehnten im Stuttgarter Umland wieder f├╝r die Badest├Ądter antrat, und Konstantin Kappes siegten recht einfach. Edgar Oden wickelte eine kritische und hin und her wogende Partie durch Dauerschach ins Remis ab, bevor Viktor Gasthofer am Spitzenbrett sein ├╝bliches Remis beisteuerte. Die Schachfreunde lagen klar vorne.

Leider drehten die Partien an den beiden anderen vorderen Brettern. Christian Hauke verlor v├Âllig den Faden und wurde sehenswert ├╝berrollt vom Heidelberger Kurley. Bernd Reinhardt hatte seinen Gegner souver├Ąn und zielstrebig ├╝berspielt, ├╝bersah dann aber mit einer Figur mehr eine taktische Finte und musste mit seiner Dame auch die Partie verloren geben. Das 4:4 gegen den nominell schw├Ąchsten Gegner der Liga k├Ânnte sich am Ende als zu wenig herausstellen, um das Ziel Klassenerhalt zu erreichen.

Die dritte Mannschaft siegte in der Bereichsklasse verdient bei Hoffenheim. Vier Siege von Arunn Udaykumar, Elena Brunkardt, Bernd Schlosser und Najib Rahmuddin reichten bei zwei Remisen von Sinan Kistner und Matthias D├Ârr zum letztlich klaren 5:3-Sieg. Entscheidend war sicher der Sieg von Bernd Schlosser, der einem wesentlich h├Âher eingestuften Gegner keine Chance lie├č.

F├╝r die Mannschaft um Kapit├Ąnin Arinna Riegel ist dieser Sieg gegen einen gleich starken Gegner ein wichtiger Schritt, um wie in den Vorjahren schon fr├╝h nichts mehr mit dem Abstieg zu tun zu haben. Andererseits ist der Traum vom Aufstieg auch illusorisch, da die st├Ąrkeren Teams unbezwingbar erscheinen. Oberes Mittelfeld ist das Saisonziel f├╝r die DritteÔÇť ÔÇô und hier ist man auf einem guten Weg.

14.10.2021