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Schachfreunde gleich mit erstem Dämpfer bei Saisonauftakt
Löffelstelzen war am Wochenende wieder Gastgeber der Schach-Bundesliga. Unter gewohnt hervorragenden Bedingungen spielten Bad Mergentheim, Aue, Viernheim und Heidesheim in Achter-Teams drei Runden der 2. Bundesliga Süd.
Im zweiten Heimkampf-Wochenende dieser Saison hatten die Schachfreunde Anderssen Bad Mergentheim gleich drei Begegnungen zu absolvieren. Im wie immer hervorragenden Ambiente des Gemeindesaals Löffelstelzen fällt das Fazit leider nur „gemischt“ aus. Für einen Aufstiegsaspiranten könnten die zwei Siege zu wenig sein. Dennoch haben die Schachfreunde trotz der Platzierung im Mittelfeld der Tabelle weiterhin Chancen aufzusteigen, sind aber auf Schützenhilfe anderer angewiesen. Dabei startete das Wochenende durchaus nach Plan erfolgreich. Am Freitag wurde Reisepartner Aue klar und auch in dieser Höhe verdient mit 7:1 besiegt. Die Gäste aus dem Erzgebirge waren nur mit sieben Spielern angetreten, ließen das erste Brett unbesetzt und hatten so keine Chance gegen selbstsicher aufspielende Bad Mergentheimer. Diese hatten insbesondere an den vorderen Brettern klare nominelle Vorteile in der Spielstärke gegen die an allen Brettern relativ gleich stark besetzten Gegner. Diese Vorteile wurden diesmal auch ohne nervenaufreibende Zeitnotschlachten konsequent in zählbare Punkte umgesetzt.
Genau diese Zeitnotschlachten wurden im anschließenden Kampf am Samstag gegen die Bundesliga-Reserve des vormaligen Deutschen Meisters Viernheim den nach dem überzeugenden Sieg des Vortags zuversichtlich angetreten Kurstädtern zum Verhängnis. Zunächst entwickelte sich das Match wie zwischen zwei Gegnern auf Augenhöhe zu erwarten war, und kein Team kam entscheidend in Vorteil. Die schnelle Niederlage am ersten Brett von Neuzugang Maxim Rodshtein wurde umgehend durch einen Sieg am dritten Brett des zur Zeit in der Form seines Lebens auftrumpfenden Paulius Pultinevicius ausgeglichen. Dazu gesellten sich noch ein paar Remisen an den hinteren Brettern.
Als Valeriy Kazakovskiy seinen Stellungsvorteil am zweiten Brett sukzessive immer weiter ausbaut, schien das Match sich zum Vorteil Bad Mergentheims zu entwickeln. Zwar gewann er schließlich überzeugend im Endspiel, aber leider entschied wieder einmal die Zeitnot eine Begegnung zu Ungunsten seiner Mannschaft. Irgendwie kamen die Gäste mit den wenigen verbliebenen Sekunden für einen Zug besser zurecht oder hatten einfach nur das nötige Quäntchen Glück. Wie auch immer: Beide verbleibenden Partien gingen verloren und damit auch der Mannschaftskampf mit dem knappsten aller Resultate von 3,5:4,5.
Sonntag lief es dann gegen Heidesheim wieder besser. Mannschaftsführer Johannes Raps gab, - auch zur Schonung seiner eigenen Nerven - die Devise aus, doch bitte Zeitnotduelle zu vermeiden. Er wurde umgehend erhört von Lokalmatador Alexander Gasthofer, der sich klare Vorteile im Mittelspiel erarbeitete und diese nervenschonend für alle zur beruhigenden Führung verwertete. Nach weiteren Remisen war es einmal mehr Paulius Pultinevicius vorbehalten, die Mannschaft auf die Siegerstraße brachte. Er ist nun mit makellosen fünf Siegen der erfolgreichste Scorer der gesamten Liga. Weitere Siege von Vyacheslav Ikonnikov, Valeriy Kazakovskiy und Timothé Razafindratsima sorgten für weitere, in der Endabrechnung der Feinwertung eventuell wichtige Brettpunkte Bad Mergentheim.
Mit bereits zwei, wenn auch sehr unglücklichen und mit jeweils 3,5:4,5 äußerst knappen Niederlagen gegen die beiden Reserven der Schachbundesliga-Spitzenteams aus Baden-Baden und Viernheim stehen die Schachfreunde Bad Mergentheim zwar nur auf dem vierten Platz, haben aber dennoch weiterhin Chancen auf den Wiederaufstieg. Die beiden an der Tabellenspitze stehenden zweiten Mannschaften der Erstliga-Teams dürfen nämlich nicht aufsteigen und dahinter ist das Feld sehr ausgeglichen. Immerhin liegen nach Feinwertung der gewonnenen Einzelpartien die Schachfreunde vorne. Ohne Schützenhilfe anderer Teams wird es dennoch nicht ausreichen, und es müssen endlich wieder so wie früher die knappen Begegnungen auch einmal gewonnen werden.
Eindeutig reif für die Erste Liga sind dagegen die erstklassigen Spielbedingungen im Gemeindesaal Löffelstelzen. Die Schachfreunde Anderssen danken allen, die bei der Ausrichtung mitgeholfen haben, insbesondere dem SV Löffelstelzen um Präsident Tobias Göring und Organisator Rolf Weiß, der Stadt und der Ortschaft um Ortsvorsteher Rainer Blank. Wenn die Mannschaft jetzt hier noch immer gewänne, wäre alles perfekt!
07.12.2025 | |||||||||||